Heilige Woche für Kids

Auf dieser Seite gehen wir mit Euch bis zum Osterfest!
Jeden Tag gibt es eine kleine Geschichte und ein Ausmalbild zum herunterladen.

Viel Freude in der Heiligen Woche – den Tagen zwischen dem Palmsonntag und Ostern.

Wolli und der Tag danach

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Ostermontag

Halleluja, Jesus lebt. Er ist auferstanden, ja er ist wahrhaftig auferstanden. Kinder, wie toll ist es? Sofi  und ich, wir sind so unglaublich froh. Es ist doch alles wahr geworden, was Jesus die ganze Zeit, wo wir bei ihm waren, erzählt hat.

“Sofi, wir müssen jetzt auch zu Emanuel und der Herde zurück. Sie müssen auch von dem Wunder hören. Die Engel und auch Jesus haben es zu uns gesagt:,Geht und erzählt es allen Leuten.` Ja das haben sie gesagt.“

Wir liefen erst einmal zurück in die Stadt Jerusalem. Es war schon komisch. Wir kamen an allen Stellen vorbei, wo wir auch mit Jesus waren. Aber wir hatten jetzt so eine Freude in uns, einfach wunderbar.

Es dauerte ein ganzes Stück bis wir die Stadt hinter uns gelassen hatten. Ich hatte das Gefühl, dass Jesus die ganze Zeit bei uns ist.

Wir liefen so schnell wir konnten. Wir wollten ja unbedingt Emanuel und der ganzen Herde erzählen, was wir in den letzten Tagen alles erlebt hatten.

Endlich – völlig außer Puste – bei der Herde angekommen, fingen wir an zu erzählen: “Emanuel, stell dir vor, nun ist die Geschichte mit Jesus doch nicht zu Ende! Sie fängt gerade erst an!“

Wir umarmten uns alle und auch Emanuel sah sehr glücklich aus. Wir fingen an von dem Wunder, welches in Jerusalem geschah allen zu erzählen. Wir erzählten es auch  denjenigen, die an unserer Weide vorrüberkamen.

Und ihr liebe Kinder, ihr habt die Geschichte jetzt auch gehört und könnt sie weitererzählen. Besonders an Ostern. Denn Ostern ist das Fest, an dem wir uns an diese Geschichte erinnern- an die Ostergeschichte.

Und wir sehen uns bestimmt auch mal wieder. vielleicht nächstes Jahr zu Ostern.

Tschüss euer Wolli und eure Sofi

Wolli und das Leere Grab

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Ostersonntag

“Sofi! Ach Mist, wir sind beide eingeschlafen. Schnell wach auf, wir haben bestimmt was verpasst.“

“Wolli, schau mal da kommen die Frauen, die gestern schon da waren. Dort ganz hinten am Horizont. Sie wollen bestimmt zum Grab.“

“Lass uns zu ihnen laufen, und hören was sie vorhaben.“

Wir liefen die Straße vor und klemmten uns an ihre Fersen. Als wir bei ihnen waren, sahen wir, dass sie immer noch sehr betrübt waren. Sie trauerten um Jesus. Die Frauen hatten Kräuter dabei, die so herrlich dufteten. Den Duft habe ich immer noch in meiner Nase.

Wir liefen noch ein Stück, da sagte Maria Magdalena: “Wer wird uns helfen, den schweren Stein wegzurollen?“

Plötzlich blieben sie stehen und ihre Augen wurden immer größer. Der Stein, der große, schwere Stein war weggerollt.

Maria Magdalena schaute fragend die anderen Frauen an und sagte: “Wie kommt das? Wer kann das getan haben? War etwa schon jemand vor uns im Grab gewesen? Nicht dass die Feinde da waren und Jesus Leichnam gestohlen haben.“

Maria Magdalena drehte sich sofort um und lief zurück nach Jerusalem. Wir hörten sie nur rufen: “Ich werde schnell gehen und es den anderen Jüngern erzählen.“

Doch die anderen Frauen und wir hinterher gingen die Straße noch weiter, bis wir am Grab ankamen.

Wir erschraken alle. Denn da war jemand im Grab. Ein Engel war es, in einem schönen weißen Kleid. Und noch einer. Zwei Engel standen nun bei uns. Ich sage euch Kinder, das war so unvorstellbar. Aber es  war wahr. Die Engel sprachen zu uns: “Habt keine Angst! Ihr sucht  Jesus, der gekreuzigt ist. Er ist nicht hier, er ist auferstanden! Kommt und seht! Hier ist die Stelle, wo er gelegen hat.“

Wir sahen alle an die Stelle. Sie war wirklich leer. Wir konnten es nicht begreifen. Alle schauten sich mit großen Augen an. Da sprachen die Engel weiter: “Wisst ihr denn nicht mehr, was Jesus früher selbst zu euch gesagt hat? Er hat gesagt: ,Ich werde sterben, aber nach drei Tagen werde ich aus dem Grab auferstehen!`“

Ja, stimmt. Jetzt fiel es uns wieder ein. Ach Kinder, ich war so glücklich und Sofi auch. Wir sprangen auf dem Weg und fassten uns an die Hufe.

Die Engel sagten noch: “Geht jetzt schnell und erzählt es allen Jüngern, und auch Petrus!“

Ja, das wollten wir tun. Wir liefen schnell den Weg zurück. Die Frauen vorneweg. Doch wer kam dort auf uns zu und begrüßte uns freundlich? Es war Jesus! Er lebt! Wir fielen vor ihm auf die Knie. Jesus sprach zu uns: “Sagt meinen Jüngern, dass auch sie mich sehen werden.“

Doch was war das? Nachdem Jesus den Satz zu Ende gesprochen hatte, war er plötzlich wieder weg. Aber wir waren uns sicher, dass er lebt. Wir haben ihn gesehen und auch seine Stimme gehört.

Es war kaum zu glauben. So eine große Freude in mir.

Kinder, der Herr ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden. Halleluja!!!!!

Euer Wolli

Wolli und der Stille Tag

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Karsamstag

Es war alles so still, so unglaublich still. Viele Menschen standen noch unter dem Kreuz. Maria, die Mutter Jesu, und Johannes waren da. Maria weinte schrecklich. Johannes nahm sie in den Arm und sagte zu ihr: “Jesus sagte zu mir, jetzt bin ich dein Sohn. Ich werde fortan für dich sorgen.“

Ich schaute Sofi an, sie weinte auch noch und war sehr traurig. “Sofi, was wollen wir jetzt tun? Wollen wir wieder zurück zur Herde?“

“Nein Wolli, ich möchte noch hier bleiben. Ich kann noch nicht zurück. Ich habe das Gefühl, dass es noch nicht vorbei ist. Mein Herz sagt, es wird noch etwas passieren.“

“Gut Sofi, wie du willst. Ich bleibe auf jeden Fall bei dir.“

Dann kamen Männer und Frauen auf den Hügel. Ich glaube es waren Freunde von Jesus. Sie machten seinen Leichnam ganz vorsichtig ab vom Kreuz. Sie hatten schöne Tücher bei sich und auch Kräuter, die bis zu uns dufteten. Sie wickelten Jesus in die Tücher und salbten ihn mit den Kräutern und Ölen. Sie nahmen Jesus und trugen ihn vom Hügel weg.

Sofi und ich gingen den Männern und Frauen hinterher bis wir in einen Garten kamen. Dort war ein Grab, eine dunkle Höhle in einem Felsen. Dahinein legten sie den Leichnam Jesu. Dann rollten sie gemeinsam einen großen runden Stein vor die dunkle Höhle.

Sie brauchten drei Männer, die den riesigen Stein vor das Grab rollten.

Jetzt war Jesus begraben. Die Frauen und Männer standen vor dem Grab und weinten. Wir hörten sie sagen: “Jetzt ist Jesus tot! Jetzt kann er nie mehr mit uns sprechen! Jetzt kann er uns nie mehr froh machen! Wir dachten, dass alles so schön wird. Dass  Jesus König wird und jetzt ist alles so traurig.“

“Wolli, ich erinnere mich gerade. Jesus hat doch zu seinen Jüngern am Tisch gesagt: ,Ich werde zwar sterben, aber ich werde auch wieder lebendig werden.` Kannst du dich daran noch erinnern?“

“Ja stimmt. Meinst du das wird wirklich passieren? Dann müssten wir ja gar nicht mehr so traurig sein. Lass uns einfach hier am Grab bleiben und abwarten.“

“Schau mal Sofi, da kommen Soldaten. Schnell, wir verstecken uns hier hinter dem Baum. Was wollen die denn hier am Grab?“

Die Soldaten stellten sich vor das Grab. Wir hörten sie sagen: “Wir müssen hier bleiben, und gut aufpassen, dass nichts und niemand in das Grab hinein geht. Das Grab darf nicht geöffnet werden. Jesus muss darin bleiben.“

“Wolli, hast du das gehört? Ob die Soldaten auch gehört haben, dass Jesus wieder lebendig werden wird?“

“Ich weiß nicht. Aber sonst würden sie ja hier nicht Wache halten, oder?“

“Wolli, pass auf wir bleiben hier hinter dem Baum und schauen was passiert.“

“Das können wir machen. Aber was ist, wenn wir einschlafen?“

“Pass auf, wir wechseln uns einfach ab. Wenn du jetzt müde bist, dann schlaf und ich halte Wache. Dann wechseln wir uns ab.“

“Alles klar, so machen wir es.“

So Kinder, heute geht es mir schon wieder ein bisschen besser. Mein Bauch sagt mir, dass doch alles gut wird.

Tschüss ihr Lieben!

Euer Wolli

Wollie und der Hügel vor der Stadt

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Kreuzigung

Hallo Kinder, ich kann es immer noch nicht glauben. Sie haben tatsächlich Jesus mitgenommen. Sofi und ich sind die ganze Nacht noch hier im Garten geblieben. Wir können es immer noch nicht fassen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass er etwas Schlimmes getan haben soll. Er hat den Menschen von Gott erzählt und die Kranken wieder gesund gemacht.  “Sofi, was denkst du, warum  sie ihn mitgenommen haben?“

“Jesus hat in den letzten Tagen immer wieder gesagt, dass er der Sohn Gottes ist. Vielleicht können manche Menschen das nicht verstehen und haben einfach Angst vor dem Neuen und Ungewissen.“

“Ja vielleicht. Komm Sofi, lass uns in die Stadt laufen und schauen was nun passiert.“

Wir liefen ein Stück und auf einmal wurden es immer mehr Leute. Es wurde lauter und lauter. “Sofi, schau mal durch die Menschen, das ist doch Jesus da vorn. Lass uns hier durchschlüpfen, damit wir besser sehen können.“

Jesus hatte zwei Balken, die aufeinander genagelt waren auf seinen Schultern. So zog er durch die Straßen von Jerusalem. Soldaten liefen vorneweg und hinterher, und Jesus in der Mitte mit dem schweren Kreuz aus Holz. Auf halben Weg brach er vor Erschöpfung zusammen. Die Soldaten schrien ihn an: “Heb das Kreuz auf, vorwärts!“

Sie zogen ihn immer weiter, bis sie auf dem Hügel ankamen. Sofi hat mir letztens erzählt, dass der Hügel einen ganz bestimmten Namen hat. Er heißt Golgatha.

Wir liefen langsam den Soldaten hinterher. Mir war so komisch im Magen-  ich konnte gar nicht mehr aufschauen. Sofi weinte leise neben mir. Wir sprachen kein Wort mehr. Als wir auf dem Hügel waren, legten die Soldaten Jesus auf das Kreuz und stellten es auf. Ich hörte ihn leise sagen: “Vater vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun!“

Es standen noch zwei weitere Kreuze auf dem Hügel. Der Mann neben Jesus fing an zu spotten. Er sagte: “Wenn du der Sohn Gottes bist, dann kannst du doch alles. Steig doch herab vom Kreuz und hilf uns auch herunter!“

Der andere Mann, der auch an einem Kreuz auf dem Hügel hing, entgegnete ihm: “Sei doch still! Du hast es verdient und ich auch, aber Jesus hat nichts Unrechtes getan.“

Dann wandte er seinen Kopf zur Seite und bat: “Herr, denk an mich, wenn du in dein Königreich kommst.“

Da hörten wir Jesus sagen: “Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein.“

Auf einmal ging die Sonne weg. Es war aber noch Tag. Wie konnte das sein? Es sah aus als wäre es bereits schon Nacht.

Keiner wagte mehr einen Ton zu sagen. Es wurde ganz still.  Wir hörten Jesus ein letztes Mal sagen: “Es ist vollbracht! Vater, in deine Hände befehle ich meinen Geist“.

Jesus senkte seinen Kopf, schloss die Augen und starb.

 

Wolli und das Essen mit den Freunden

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das letzte Abendmahl

“Sofi, schnell! wir müssen uns beeilen. Wir müssen Jesus warnen.“ Wir liefen so schnell es ging zurück zu dem Haus, in dem Jesus und seine Jünger verweilten. Ich war ganz außer Puste. Als wir die Tür öffneten, saßen Jesus und seine Jünger bereits am Tisch. Wir hörten Jesus sagen: “Jetzt wird es nicht mehr lange dauern, dann werden mich meine Feinde gefangen nehmen. und dann muss ich sterben. Aber einer von euch, der hier am Tisch sitzt, wird meinen Feinden helfen und mich verraten.“

“Sofi, hast du das gehört. Wie kann Jesus das schon wissen? Und wie war Judas schon so schnell wieder zurück? Oh mein Gott, was wird wohl jetzt passieren. Ich hab Angst,  Sofi.“

Auch die Jünger waren erschrocken und konnten es nicht glauben, dass einer unter ihnen ist, der Jesus verraten wird. Alle fragten Jesus, ob sie es  seien. Auch Judas fragte ihn: “Jesus, bin ich es etwa?“ Da sah Jesus ihn an und sprach: “Ja, du bist es.“

“Wolli, hast du das gehört? Jesus weiß es bereits. Warum haben die anderen es nicht gehört? Und warum kann uns hier keiner verstehen? Oh weh, ich glaube es wird gleich etwas ganz Schlimmes passieren.“

Judas stand auf und ging. Ich denke, er ging zu den Männern, um Jesus zu verraten. Aber Jesus blieb ruhig mit seinen Freunden am Tisch sitzen und sie feierten zusammen das Fest.

Wisst ihr Kinder, Jesus tat an diesem Tisch etwas Wunderbares. Er nahm das Brot und dankte seinem Vater dafür. Dann gab er es seinen Jüngern zu essen. Dabei sagte er: “Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird.“ Dann nahm er den Kelch mit Wein und sagte: “Das ist mein Blut, das für euch vergossen wird.“

Alle aßen von dem Brot und tranken aus dem Kelch. Dann sagte Jesus ihnen, sie sollen das Abendmahl feiern, bis er einmal wiederkommt.

Sie beteten zusammen für alle Menschen, die an ihn glaubten. Dann stand Jesus auf einmal auf und sagte auch zu seinen Jüngern: “Steht auf, wir müssen gehen.“

“Sofi, komm wir müssen mit.“ “Ja Wolli, lass uns hinterher gehen und schauen was passiert.“

Jesus ging mit seinen Jüngern in einen Garten. Wir schlichen hinterher und setzten uns an einen Baum. Wir hörten, wie Jesus zu seinen Freunden sprach: “Bleibt hier, meine Freunde, und wartet auf mich. Ich will zu Gott beten, denn ich habe Angst. Heute ist es soweit und meine Feinde werden kommen und mich töten. Jesus betete lange. Dann stand er auf und ging zurück zu seinen Jüngern. Plötzlich gab es lautes Geschrei und großen Lärm. Männer stürmten in den Garten. Ein Mann, es war Judas, ging voraus.

“Sofi, bitte halte meinen Huf. Ich habe solche Angst. Was werden sie jetzt tun?“

Judas ging auf Jesus zu und gab ihm einen Kuss. Da sagte Jesus mit trauriger Stimme: “Judas, mein Freund! Verrätst du mich mit einem Kuss an meine Feine?“

Im selben Moment kamen Männer und schrien: “Da ist er! Haltet ihn!“

Die Freunde von Jesus wollten kommen und ihm helfen. Aber Jesus sagte nur: “Lasst sie! Es wird alles geschehen, wie Gott es will.“

Ach, Kinder, was jetzt wohl noch alles passieren wird! Ich will es mir gar nicht vorstellen. Ich hoffe einfach nur, dass doch noch alles gut wird.

Tschüss, euer  trauriger Wolli

Wolli und das ungute Gefühl

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Judas

Guten Morgen liebe Kinder. Ach, ich hab vielleicht gut geschlafen. Hier in der Ecke am Kamin war es so kuschelig. Oh, schaut mal: Sofi schläft  noch. Dann werde ich sie mal wecken. “Sofi, Sofi aufwachen. Die Sonne lacht und ein neuer Tag beginnt. “Wolli, wo sind wir denn?“ “Hast du schon vergessen, wir sind doch gestern im Haus von Jesus und seinen Freunden, seinen Jüngern, geblieben. Es war doch so toll zu, zu sehen wie Jesus allen die Füße gewaschen hat. Kannst du dich nicht mehr erinnern?“

“Ach ja, stimmt. Ich habe so tief und fest geschlafen, dass ich gar nicht mitbekommen habe, wo ich bin.“

“Sag mal Sofi, was meinst du? Ich würde gern wissen, wie es mit Jesus und seinen Freunden hier in der Stadt weitergeht. Wollen wir ihn nicht noch ein Stückchen begleiten?“

“Ja Wolli, das ist eine gute Idee. Wir haben doch hier einen tollen Schlafplatz. Vielleicht erleben wir ja noch so was Spannendes wie gestern.“

Wir machten es uns in unserer Ecke gemütlich und lauschten den Gesprächen, die Jesus mit seinen Jüngern führte.

Wir hörten Jesus immer wieder sagen: „ Nein, ich werde kein König werden. Ich bin nicht mehr lange bei euch. Es wird so geschehen, wie es mein Vater gesagt hat.“

Und die Jünger waren erschrocken und traurig, einige von ihnen weinten sogar. Sie konnten es nicht so richtig begreifen, was Jesus damit meinte.

“Sofi, weißt du, was er damit sagen will?“

“Naja, nicht so richtig. Ich weiß nur, dass Emanuel mal erzählt hat, dass Jesus nicht nur Freunde hat. Alle Hohepriester und viele führende Männer von Jerusalem sind Jesus gegenüber feindlich eingestellt.“

“Vielleicht hat er ja Angst vor ihnen und weiß jetzt schon, dass er eigentlich hier nicht sicher ist. Weißt du Sofi, wenn wir hier bei ihm bleiben, werden wir es bestimmt heraus finden.“

Wir hörten den Männern weiter zu. Einer der Jünger saß die ganze Zeit in einer Ecke. Er sah irgendwie angespannt aus.

“Sofi, schau mal, der Mann läuft auf einmal aus dem Haus. Was er nur vorhat?“

“Los Wolli, wir gehen hinterher und schauen.“

Wir liefen dem Jünger hinterher, bis wir zu einem prächtigen Haus kamen. Wem das wohl gehört?

Der Jünger ging hinein und wir konnten durchs Fenster beobachten  und hören, was die Männer erzählten. Das glaubt ihr mir nicht, was er sagte: “Was bekomme ich von euch, wenn ich euch helfe, Jesus ohne viel Aufsehen zu fangen?“

Da versprach der andere Mann dem Jünger 30 Siberlinge. Es sah so aus, als ob er sich das Geld unbedingt verdienen wolle.

Der Jünger sprach weiter: “Ich werde euch rufen, wenn ihr ihn in aller Ruhe fangen könnt. Ich werde bei Jesus bleiben und so tun, als wäre ich noch sein Freund.

Da sprach der andere Mann: “Ja Judas, so soll es sein.“

Oh mein Gott, Sofi  hast du das gehört? Jesus scheint wirklich recht zu haben. Woher konnte er es schon wissen?

“Wolli, ich weiß auch nicht. Ich habe  kein gutes Gefühl. Schnell, lass uns zurücklaufen und Jesus warnen.“

“Ja, das ist eine gute Idee. Lass uns schnell machen, bevor etwas Schlimmes passiert.“

Kinder, ich muss mich beeilen.

Tschüss euer Wolli

Wolli und die nassen Füße

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Dienstag

Hallo liebe Kinder, ich bin es wieder, euer Wolli. Gestern habe ich euch von dem besonderen Mann erzählt, den wir am Stadttor in Jerusalem gesehen haben. Nachdem wir das Spektakel beobachtet hatten, wollten wir eigentlich wieder zurück zu Emanuel und der Herde. Sofi nahm mich am Huf und sagte: “Komm, wir müssen hier links um die Ecke und dann nur die Straße hinunter, in ein paar Minuten sind wir wieder bei Emanuel.“

Gesagt, getan – wir liefen los. Es war so viel los auf den Straßen, dass wir Mühe hatten zusammen zu bleiben. Wir liefen einen ganze Weile, so wie es Sofi gesagt hatte. Aber irgendwie liefen wir immer im Kreis.

“Sofi, du hast doch gesagt, du weißt, wo es lang geht.“

“Ja ich weiß, ich war mir ganz sicher.“

“Sofi, was machen wir jetzt? Es wird schon langsam dunkel, ich hab Angst.“

“Brauchst du nicht, Wolli. Wir suchen uns einfach hier in der Stadt einen Unterschlupf. Wir gehen morgen weiter.“

Wir liefen noch ein Stück. In einem Haus brannte noch Licht und wir sahen viele Menschen, die immer wieder am Fenster vorbei liefen. Und da entdeckten wir Jesus, der mit seinen Jüngern im Haus war.

“Wolli, hast du das gesehen? Da ist Jesus. Komm, da müssen wir schauen, was dort vor sich geht.“

Wir schlichen uns durch die Hintertür hinein. Und da war er gemeinsam mit seinen Jüngern. Und wisst ihr, was Jesus getan hat? Er wusch Petrus die Füße. Wir hörten, wie Petrus zu ihm sagte:

“Du darfst mir die Füße nicht waschen. Niemals darfst du das tun.“ Aber Jesus sah ihn an und sprach: “Wenn ich dir nicht die Füße wasche, dann kannst du nicht mein Jünger sein.“

Da wollte sich Petrus gern die Füße waschen lassen. Könnt ihr euch das vorstellen? Jesus wusch auch allen anderen Jüngern die Füße. Dann stellte er  die Schüssel hin und sprach: “Versteht ihr auch, warum ich das getan habe? Ihr dürft nicht darüber streiten, wer der Vornehmste ist, im Gegenteil, ihr müsst einander helfen und euch füreinander einsetzen.“

“Sofi, verstehst du das? Was meint Jesus damit?“

“Ja, ich denke schon. Emanuel hat letztens erzählt, warum man jemandem die Füße wäscht. Es ist ein Zeichen der Gastfreundschaft. Meist waschen die Diener des Hauses die Füße der Gäste. Vielleicht haben sich die Jünger darüber gestritten, wer besser ist und wer wem die Füße wäscht.“

“Ah okay, verstehe. Dann hat es einfach Jesus übernommen. Er ist wirklich besonders.“

“Sofi, weißt du, ich bin wirklich müde. Wollen wir nicht einfach hier in einer ruhigen Ecke schlafen? Irgendwie fühle ich mich hier richtig sicher.“

“Klar,  machen wir und morgen schauen wir, ob wir zur Weide zurückfinden.“

Na dann Kinder, wir schlafen jetzt und sehen uns morgen wieder.

Euer Wolli

Wolli wills wissen

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Montag

Hallo liebe Kinder. Na, ward ihr auch so begeistert von der Geschichte gestern wie ich? Wie gesagt, da war was los auf den Straßen von Jerusalem. Die Menschen sangen: “JEsus zieht in Jerusalem ein Hosianna. Alle Leute fangen auf der Straße an zu schreien. Hosianna, Hosianna, Hosianna in der Höh`“… Ich habe das Lied immer noch im Ohr, wunderschön.

Ach genau, heute wollte ich euch ja erzählen, wer dieser Mann eigentlich ist, der auf dem Esel kam.

Sofi, meine Freundin, hat letzte Woche gehört, wie Emanuel unser Hirte, sich mit einem anderen Hirten unterhalten hat.

Er sagte zu ihm: “Ich habe gehört, dass er als Kind in einem Stall zur Welt kam, wo er von einigen Hirten besucht wurde. Ja, Hirten waren es wie du und ich, die ihn als Erstes begrüßten. Später wurden ein paar Männer, die aus dem Osten kamen, von einem Stern zu dem kleinen Kind geführt. Sie brachten ihm Geschenke und knieten vor dem Kind, wie vor einem König. Kannst du dir das vorstellen?

“Oh Sofi, das muss aber ein besonderer Mensch sein, dieser Jesus?“

“Wolli, warte mal das ist noch nicht alles, was Emanuel dem anderen Hirten erzählt hat.“

“Kannst du dir vorstellen? Man erzählt sich noch mehr Sachen über ihn. Als Jesus 12 Jahre alt war, unterhielt er sich mit den Lehrern im Tempel. Und meinte sogar zu ihnen, dass er gerade im Haus seines Vaters ist. Es heißt, dass Gott ihn auf die Erde geschickt hat. Die Männer, die immer mit ihm unterwegs sind, nennen sie seine Jünger. Sie sind immer bei ihm und unterstützen ihn“.
“Warte mal Sofi, heißt das, du bist  meine Jüngerin?“

„Ja Wolli, so hab ich das verstanden. Die Jünger sind wie gute Freunde, die Jesus durch das Land begleiten. so wie du und ich. Weißt du, Wolli? Emanuel hat auch noch erzählt, dass Jesus viele Wunder getan hat. So hat er Tausende von Menschen mit ein paar kleinen Fischen und einigen Broten satt gemacht. Er heilte Kranke und weckte sogar Tote auf. Mit seinen Botschaften erreichte Jesus viele Menschen. Er veränderte ihre Sicht auf die Dinge. Seine Berühmtheit stieg  und stieg. Das hat Emanuel erzählt.

“Meinst du Sofi, dass deswegen die Menschen gestern so zahlreich am Stadttor waren und ihn begrüßt haben?“

“Ja, ich glaube schon. Wir haben gestern eine echte Berühmtheit erlebt. Ich hatte auch das Gefühl, dass von ihm etwas ganz Besonderes ausgeht.“

“Da hast du recht, Sofi. mir war gestern auch ganz warm ums Herz.“

So ihr Lieben, jetzt könnt ihr euch sicher mehr unter dem Mann vorstellen, der gestern auf dem Esel kam.

Und ich erzähle euch morgen, wie es mit Sofi und meinem Abenteuer weiter ging.

Tschüss bis morgen, Euer Wolli

Wollie in der großen Stadt – Palmsonntag

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Palmarum

Hallo Kinder, na habt ihr schon auf mich gewartet? Ich wollte euch  heute den Anfang von meinem Abenteuer erzählen. Also passt auf: Gestern habe ich euch erzählt, dass es bei uns auf der Weide eigentlich immer ziemlich ruhig ist. außer im Frühling, wenn die ersten Blumen blühen. Ich sage euch: Hier war ein Trubel! Ständig kamen Menschen vorbei und sie erzählten, dass  bald jemand ganz Besonderes kommen würde. Wen sie nur damit meinten? Ich war so neugierig.

Sofi, meine beste Freundin, hatte eine Idee. Ach genau, die wollte ich euch noch vorstellen. Sofi ist genauso alt wie ich und wir kennen uns schon, seitdem wir kleine Lämmchen sind. Sofi ist eine tolle Freundin, sie ist immer für mich da und kennt mich ganz genau. Sie ist auch total mutig. manchmal habe ich ein bisschen Angst, zum Beispiel wenn wir am Bach sind oder eine neue Weide erkunden. Aber Sofi hilft mir immer, meine Ängste zu überwinden. Ich hab sie richtig doll lieb.

Oh, jetzt hab ich ganz den Faden verloren. Ich wollte euch doch von meinem Abenteuer erzählen. oder besser gesagt: von unserem. Sofi war nämlich mit.

Emanuel, unser Schäfer, kam am Morgen gemeinsam mit dem Schäferhund Flip auf unsere Weide. Emanuel meinte, dass das Gras auf der Weide wieder ein bisschen Ruhe braucht und wir zur anderen Weide am Ende der Straße gehen müssen.

Als ich das hörte, lief ich schnell zu Sofi. “Sofi, hast du das gehört? Wir gehen zur anderen Weide! vielleicht sehen wir ja auch denjenigen, den alle sehen wollen“. Sofi war auch gleich ganz aufgeregt. Am Nachmittag sollte es los gehen.

Gemeinsam mit unserer Herde, Emanuel und Flip liefen wir los. Es war jede Menge los auf der Straße und alle erzählten von ihm, der heute kommen wird.

Sofi und ich liefen am Ende. Kurz bevor wir am Stadttor waren, flüsterte Sofi mir ins Ohr: “Wolli, wollen wir auch schauen? Wir finden die Herde schon wieder. Ich weiß, wie es zur Weide geht.“

“Ach Sofi, ich weiß nicht. Meinst du wirklich? Was ist, wenn Emanuel uns vermisst?“

“Komm schon, Wolli. Wir sagen noch schnell Karl Bescheid, das wenigstens ein Schaf weiß, wo wir sind“.

“Gut, dann lass uns gehen“. Wir schlichen durch ein Loch in der Mauer und da sahen wir sie alle. Menschen über Menschen, die mit Palmwedeln am Straßenrand standen. Einige hatten  sogar Kleidung mit und Tücher, die sie auf den Boden warfen. Und dann kam er. Es war ein Mann auf einem Esel. Er ritt über die Kleidung und die Zweige wie über einen Teppich. Die Menschen riefen: “Seht, da kommt der neue König, den Gott uns schickt.“ Alle freuten sich und waren glücklich und sangen. Und auch Sofi und ich waren glücklich.

Aber wer ist er nur? Ein Mann auf einem Esel, den alle den neuen König nennen?

Ich fragte Sofi: “Weißt du,  wer das ist und warum er so besonders ist?“ Sofi meinte nur,  dass  sie letztens Emanuel gehört hat, wie er über ihn, er heißt Jesus, erzählt hat.

Aber dazu morgen mehr.

So liebe Kinder, das wars für heute. Wenn ihr Lust habt, könnt ihr mich wieder ausmalen oder ihr singt gemeinsam mit euren Eltern das Lied, was Sofi und ich in Jerusalem gehört haben.

Tschüss, Euer Wolli

Hier kommt Wollie – Die Vorgeschichte

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Wollie

Hallo  Kinder, ich glaube Ihr kennt mich noch nicht. Mein Name ist Wolfgang, meine Freunde meinen, dass  der Name ziemlich öde ist, also nennen mich alle “Wollie“.

Na? habt Ihr mich schon richtig angeschaut? Ich sehe zwar aus wie eine kleine Wolke, ich bin aber ein Schaf.

Zu Hause bin ich in einem fernen Land, richtig weit weg. Die Menschen nennen es Israel. Natürlich  lebe ich  nicht allein. ich wohne auf einer tollen Weide mit vielen anderen Schafen zusammen.

Ein Schaf in der Herde habe ich besonders Lieb: “Sofi“. sie ist meine beste Freundin. Von Ihr erzähl ich euch später mehr.

Eigentlich ist bei uns auf dem Land nicht viel los. aber einmal im Jahr, immer im Frühling, wenn die ersten Blumen auf unserer Weide blühen, kommen ständig Menschen vorbei. Große, kleine, dicke, dünne, alte und junge, Frauen, Männer, Kinder und alle wollen in die große Stadt, die am Ende unseres Weges liegt.

Jerusalem, so heißt Diese Stadt. Dieses Jahr aber war es besonders, ein richtiges Abenteuer.
Seid Ihr schon neugierig geworden?

Dann lest hier unten weiter, denn da geht unsere Geschichte richtig los.
Damit es nicht so lange dauert könnt ihr mich gern ausmalen.
Also dann! Tschüss und bis morgen,

Euer Wollie